Chronik des Vereins von 1973 bis 1998
- Mittwoch, 17. Juni 2009
Gründungsversammlung am 14. September 1973
Im Raum Untermünkheim/Gelbingen/Eltershofen gab es Anfang der 70er Jahre mehrere aktive Züchter und Halter von Kleintieren. 1970 hat der frühere Kleintierzuchtverein Braunsbach seine Vereinsaktivitäten beendet. Deshalb war es durchaus logisch, in Untermünkheim einen Kleintierzuchtverein ins Leben zu rufen. Die Idee war geboren, einen kleinen Verein zu gründen, der nur aus Idealisten der Kleintierzucht besteht. Am 8. September 1973 wurde in den Mitteilungsblättern von Gelbingen-Eltershofen und Untermünkheim Sinn, Zweck und Aufgabe eines Kleintierzuchtvereins dargestellt und zu einer Gründungsversammlung auf Freitag, den 14. September 1973 im Vereinszimmer der Gemeindehalle in Untermünkheim eingeladen. 13 Interessierte waren anwesend und davon erklärten 12 spontan ihre Bereitschaft, einen neuen Verein in Untermünkheim zu gründen. Es waren dies: Hans Aller, Untermünkheim, Kurt Balb, Schwäbisch Hall-Hessental, Erwin Brenner, Schwäbisch Hall-Hessental, Günter Feuchter, Untermünkheim, Martin Gsell, Gelbingen, Hartmut Lederer, Untermünkheim, Willi Lederer, Untermünkheim, Doris Pretz, Gelbingen, Erich Pretz, Gelbingen, Otto Schneller, Obermünkheim, Dietger Schütz, Schwäbisch Hall-Breitenstein, Klaus Stutz, Untermünkheim. Bei der gleichen Versammlung wurde die Vorstandschaft und der Ausschuß gewählt. 1. Vorsitzender Erich Pretz, 2. Vorsitzender und Jugendobmann Dietger Schütz, Schriftführer und Zuchtwart Kaninchen: Martin Gsell, Kassier Otto Schneller, Zuchtwart Geflügel: Kurt Balb, Zuchtwart Tauben: Klaus Stutz, Tätowiermeister: Hartmut Lederer, Zuchtbuchführer: Willi Lederer und Gerätewart Hans Aller.
Am 12. Oktober 1973 wurde die Satzung und die Geschäftsordnung des Vereins beschlossen. Die Eintragung im Vereinsregister beim Amtsgericht Schwäbisch Hall erfolgte am 19. Oktober 1973.
Viele Ideen und kein Geld
Noch im gleichen Jahr, am 12. Oktober 1973, wurde die Jugendgruppe des Vereins gegründet. Der Mitgliedsbeitrag betrug DM 12,00 im Jahr, die Aufnahmegebühr DM 5,00.
Mit einer Werbeveranstaltung ist der Verein erstmals im November 1973 an die Öffentlichkeit getreten. Der damalige Organisationsleiter des Landesverbandes der Rassekaninchenzüchter, Manfred Rommel, hielt im Vereinszimmer der Gemeindehalle in Untermünkheim einen Fachvortrag über Kaninchenzucht. Zuchtwarte und Vorsitzende des Kreisverbandes Schwäbisch Hall waren eingeladen.
Bei der ersten Jahreshauptversammlung des Vereins am 18. Januar 1974 konnte Kassier Otto Schneller als Kassenbestand zum 31. Dezember 1974 sage und schreibe DM 43,12 als Vereinsvermögen ausweisen. Die Tradition der Familienwandertage begann am 23. Mai 1974. Beim Festzug des Heimatfestes der Gemeinde Untermünkheim am 4. Juni 1974 beteiligte sich der neue Kleintierzuchtverein mit einem Festwagen. Fritz Kochendörfer aus Gelbingen spannte seine beiden Braunen ein und wir vom Verein präsentierten in einer eigens dafür gebauten Voliere unseren stolzen Nachwuchs: Hühner, Tauben, Kaninchen und Jungzüchter. Eine tolle Werbung für unsere künftigen Aktivitäten!
In regelmäßigen Monatsversammlungen sollten sowohl die organisatorischen Fragen geklärt, als auch durch Tierbesprechungen, Vorträge und Diskussionen, die züchterischen Aktivitäten der Mitglieder unterstützt werden. Zur Vorbereitung der Ausstellungen und Veranstaltungen traf sich Vorstand und Ausschuß zu gemeinsamen Sitzungen. Jährlich wurde eine Jahreshauptversammlung abgehalten und alle zwei Jahre Vorstand und Ausschuß neu gewählt.
Zur Verbesserung der Vereinskasse wurden regelmäßige Altpapiersammlungen durchgeführt. Der Familienwandertag, entweder an Himmelfahrt oder Fronleichnam, ist ein fester Bestandteil im Jahresprogramm des Vereins bis zum heutigen Tage. Auch die jährlichen Familienabende sind besonders dazu geeignet, die Züchterkameradschaft zu pflegen.
Die eigentlichen Höhepunkte im Jahresablauf sind natürlich die beiden Ausstellungen des Vereins und zwar die Jungtierschau und die Lokalschau. Mit Ausnahme des Jahres 1989, als die Jungtierschau wegen der RHD-Seuche bei den Kaninchen ausgefallen ist, wurden Jungtierschauen in jedem Jahr durchgeführt. Die erste Lokalschau fand am 16. und 17. November 1974 statt und ist jeweils am Volkstrauertag in der Gemeindehalle Untermünkheim ein regelmäßiger und fester Bestandteil unserer Aktivitäten.
Landeszüchtertag der Rassegeflügelzüchter Württemberg-Hohenzollern
Es ist sicher einmalig in der Geschichte des Landesverbandes, daß er seinen Landeszüchtertag in einem Verein durchführt, der noch nicht einmal vier Jahre besteht. Diese Besonderheit schaffte unser Verein, in dem er am 4. und 5. Juni 1977 den Landeszüchtertag in der Halle in Untermünkheim durchführte. Ganz sicher wird es auch etwas Einmaliges bei Landeszüchtertagen sein, daß der amtierende Bürgermeister der gastgebenden Gemeinde gleichzeitig den Vorsitzenden des Kleintierzuchtvereins und auch noch den Vorsitzenden des Kreisverbandes der Kleintierzüchter in einer Person vereinigt, wie dies bei Erich Pretz im Jahre 1977 der Fall war. Am Samstag tagte der Vorstand und der erweiterte Vorstand. Am Samstagabend lud der Verein Untermünkheim die Delegierten und Gäste zu einem bunten Abend ein. Fred Herold aus Erlenbach führte durch das Programm, welches die TURA-Frauengruppe, ein Akrobatik-Duo aus Großgartach und die Gesangsgruppe "Happenbacher Rebläuse", mit dem damaligen Bürgermeister Klaus Schönfeld aus Michelfeld (heute Oberbürgermeister in Mühlacker), zusammen mit der damals bekannten Tanzkapelle "Bandy's", gestaltete. Mit unserem eigenen Beitrag "Der Wellensalat" hatten wir den Beifall der Besucher sicher. Am Sonntagvormittag führte der damalige Landesverbandsvorsitzende Paul Doll aus Bad Wimpfen gekonnt durch die Hauptversammlung. Eine rundum gelungene und harmonische Jahreshauptversammlung fand damit ihren Abschluß. Der Kleintierzuchtverein Untermünkheim hatte seine erste große Feuertaufe mit Auszeichnung bestanden!
Erich Pretz geht nach Eppingen
1978 beteiligten wir uns mit unserem Grillstand am Gemeindefest und durch Arbeitseinsatz beim Aufbau der Tanzbühne im Schulhof. Beim Fußball-Klepperles-Turnier mischte unsere Mannschaft kräftig mit und erreichte den 8. und damit letzten Platz unter den Teilnehmern. 1979 beteiligte sich unser Verein am Schloßfest in Braunsbach.
Das Jahr 1980 begann für den Verein mit einem Paukenschlag: Unser 1. Vorsitzender wurde am 27. Januar zum Bürgermeister der Stadt Eppingen gewählt. Er und seine Familie wird dorthin umziehen und seinen Wohnort künftig 75 km von Untermünkheim entfernt haben. Um die Nachfolge gut vorbereiten zu können, erklärte sich Erich Pretz bereit, noch bis zur Jahreshauptversammlung Anfang 1981 das Amt des 1. Vorsitzenden weiterzuführen. Kein Mensch hätte damals daran gedacht, daß aus diesem einen Jahr mit dem jetzigen Jubiläum 25 Vorstandsjahre werden würden!
Am 9. Februar 1980 fuhren wir gemeinsam mit dem Bus zur Bundeskaninchenschau nach Stuttgart. Die Jungtierschau und das Sommerfest wurden in diesem Jahr nur noch als Freilandschau im Schulhof in Untermünkheim durchgeführt. Der Wunsch und das Ziel des Vereins, ein eigenes Vereinsgebäude mit Lagerräumen für Käfige, Büroraum und Jugendraum, wurden erneut mit Leben erfüllt. Im September 1980 fand die Kreisjugendwoche in Untermünkheim statt.
10jähriges Jubiläum
Ein wichtiger Markstein in der Geschichte des Vereins war das 10jährige Jubiläum am 3. und 4. September 1983 in der Gemeindehalle. Mit einem gelungenen Festabend wurde dieses kleine aber wichtige Jubiläum unseres Vereins unter großer Beteiligung der Nachbarvereine und der Einwohner von Untermünkheim gefeiert. Einen besonderen musikalischen Leckerbissen bereitete der Musikverein Eppingen-Rohrbach den Besuchern. Rohrbach gehört zu den besten Blasorchestern im Kraichgau. Die Gesangvereine aus Enslingen und Untermünkheim, das Frauenturnen der TURA und die Theatergruppe unseres Vereins erhielten viel Applaus für ihre gelungenen Darbietungen. Bürgermeister Hesselmeier lobte die Aktivitäten des jungen Vereins sowohl bei örtlichen, wie auch überörtlichen Ausstellungen und dankte für die Beteiligung an den Festen in Untermünkheim. Die Gründungsmitglieder wurden mit einer Urkunde geehrt. Das 10jährige Jubiläum fand seinen Abschluß bei der Jubiläumslokalschau am Volkstrauertag 1983. Jeder Aussteller erhielt einen Jubiläumsteller als Erinnerungsstück.
Aktiv in das zweite Jahrzehnt
1984 zeigten wir uns wieder beim Gemeindefest in Untermünkheim und stellten etwa 100 Tiere beim Martinimarkt in Braunsbach aus. Zum zweiten Mal organisierte die Jugendgruppe des Vereins vom 28. bis 29. Juli 1984 das Kreisjugendtreffen in Suhlburg. Der Vereinsbeitrag wurde von DM 12,00 auf DM 15,00 pro Jahr erhöht. Ein neuer Brutapparat konnte beschafft werden, in dem bis zu 1.665 Eier gleichzeitig bebrütet werden können. Mit 695 tätowierten Kaninchen war 1984 ein echtes Rekordjahr. Auch 1985 waren wir beim Martinimarkt in Braunsbach mit einer Werbeschau. 1986 und 1987 waren ohne besondere Höhepunkte.
1988 führte der Z 522 Untermünkheim vom 17. bis 18. Dezember 1988 in der wunderschönen Gemeindehalle in Braunsbach die Clubschau des Scheckenclubs Württemberg-Hohenzollern durch. Es war schon eine besondere Augenweide, in der schönen lichtdurchfluteten Halle die große Zahl von Riesenschecken, Rheinischen Schecken, Kleinschecken und Englischen Schecken zu bewundern. Bürgermeister Ulrich Naas aus Braunsbach hat sich als Schirmherr in besonderer Weise um diese Clubschau verdient gemacht.
1989 war für die Kaninchenzüchter ein schlimmes Jahr. Die RHD-Seuche hatte in vielen Beständen von Kaninchenhaltern, aber auch von organisierten Züchtern großen Schaden angerichtet. Kurzfristig konnten sich die Verantwortlichen im Landesverband nur durch ein Ausstellungsverbot mit der ungewohnten Situation zurechtfinden. Es war das einzige Mal in diesen 25 Jahren, daß keine Jungtierschau durchgeführt werden konnte. Die Jugendgruppe war in dieser Zeit recht erfolgreich und beteiligte sich mit einer Werbeschau in Breitenstein und bei der 750 Jahrfeier in Rieden. Außerdem wurde ein dreitägiger Ausflug in den Bayerischen Wald organisiert.
Seit 1. Juli 1991 besteht für alle regionalen und überregionalen Kaninchenschauen Impfzwang. Außerdem wurde ein neues Punktesystem für die Bewertung von Jungtieren bei den Kaninchen eingeführt. Auch das 10. Kreisjugendtreffen am 15. und 16. August 1992 wurde von Z 522 in Untermünkheim ausgerichtet. 1993 erhöhte der Verein den Mitgliedsbeitrag von DM 15,00 auf DM 20,00. In einem internen Festabend feierten wir am 16. Oktober 1993 unser 20jähriges Bestehen in der Krone ins Enslingen. Neben Lichtbildern vom Vereinsgeschehen kam natürlich auch mit einem bestens aufgelegten Alleinunterhalter eine tolle Stimmung bei der Festversammlung auf.
Höhen und Tiefen auch beim Z 522
Nach diesen vielen Höhepunkten in den ersten 20 Jahren im Vereinsleben waren die Jahre 1994 und 1995 ziemlich kritische Jahre. Die Einsatzbereitschaft bei Vereinsveranstaltungen ließ doch zu wünschen übrig. Während in den Anfangsjahren jeder sich über die Ausstellungserfolge des anderen freute und wir auf die Leistungen unseres Kleintierzuchtvereins Z 522 stolz waren, greift immer mehr Neid und Mißgunst um sich. Viele Funktionäre und Leistungsträger im Verein waren frustriert. Vor allem deshalb, weil die kritische Diskussion nicht in den zahlreichen Versammlungen des Vereins, sondern irgendwo im Hintergrund geführt wurde.
Solche Krisen hat jeder Verein. Entscheidend ist, wie die Mitglieder und Verantwortlichen sich neu finden, die Probleme ausdiskutieren und sich auf neue Ziele konzentrieren.
Vereinsgebäude wird gebaut
Dies ist dem Z 522 Untermünkheim in relativ kurzer Zeit gelungen! Das lang anvisierte Ziel, ein eigenes Vereinsgebäude zu erstellen, war in greifbare Nähe gerückt. Zusammen mit der Gemeinde und dem Sportverein TURA wurde im Steinach in Untermünkheim ein gemeinsames Gebäude erstellt. Wir haben dort die Möglichkeiten, sowohl unsere gesamten Gerätschaften, Käfige, Volieren und Büromaterial unterzubringen, als auch im Dachgeschoß für die Jugendgruppe einen Raum einzurichten.
Ein weiteres wichtiges Ziel war das 25jährige Jubiläum, das nunmehr gefeiert werden kann. Der Kleintierzuchtverein Z 522 Untermünkheim hat sich auf einem hohen züchterischen Niveau stabilisiert. Die Tatsache, daß alleine bei der letzten Landesschau vier württembergische Meister und drei Landessieger bei den Kaninchenzüchtern erreicht wurden, ist genauso ein Beweis, wie die vielen Kreismeister und den fast schon abonnierten Titel des Kreisvereinsmeisters.
Die Züchterkameradschaft ist wieder gefestigt. Mit dazu beigetragen haben auch die vielen geselligen Veranstaltungen, sei es der traditionelle Familienwandertag, die Kameradschaftsabende und die Weihnachtsfeier. Der Ausblick in die Zukunft ist durchaus positiv. Junge Mitglieder wurden in verantwortungsvolle Positionen der Vereinsführung Zug um Zug eingebaut. Damit liegt die Zukunft des Vereins auf vielen Schultern.
Jungtierschauen und Sommerfeste
Die Mitglieder hatten sich von Anfang an vorgenommen, die Kleintierzucht und die Ausstellungen in den Mittelpunkt des Vereinsgeschehens zu stellen. Dieses Ziel sollte in besonderer Weise durch Förderung der Zucht und durch attraktive Vereinsausstellungen und die Beschickung von überörtlichen Schauen erreicht werden. Die Jungtierschau und die Lokalschau wurde als fester Bestandteil im Vereinsleben verankert.
Eigentlich fing alles ganz harmlos an
Im Sommer 1974 wollten wir erstmals mit einer kleinen improvisierten Jungtierschau unsere Tiere der Öffentlichkeit vorstellen. Geeignet erschien uns hierfür der Sportplatz in Enslingen. Die Baumreihe spendete den nötigen Schatten für Tiere und Besucher, denn es sollte an einem Sonntag mit wenig Aufwand eine Freilandschau durchgeführt werden.
Irgendeiner kam auf die Idee, daß man wohl für den Bewirtungsbereich eine kleine Überdachung brauche - kein Problem, ein paar Pfosten und Rahmenschenkel und eine Plane sind schnell organisiert. Ein anderer meinte, daß man auch diese Überdachung etwas größer machen könne, damit im Falle eines Regenschauers nicht alle Besucher gleich nach Hause gehen. Ein Dritter kam auf die gute Idee, daß wir ja nicht im Trockenen sitzen könnten, während unsere Tiere im Freien naß werden, dies sei wohl kein gutes Aushängeschild für unseren Verein. Martin Gsell wollte sich mit dieser "Hüttenwirtschaft" nicht so recht anfreunden. Sein Bruder Wolfgang war in der Löwenbrauerei beschäftigt. Die seitlichen Anbauten eines großen Zeltes konnten zusammengestellt werden und so ergab sich ein kleines niederes Zelt, das eigentlich unsere Erwartungen mit einem Binderfeld vollständig erfüllte. Ein Gespräch mit Wolfgang Gsell in feuchtfröhlicher Runde mit "Muskat Ottonell" und "Gewürztraminer" vom Neusiedler See im Hause Pretz in Gelbingen erweiterte zu später Stunde das Zelt von einem Binderfeld auf gleich drei.
Jetzt begann natürlich das Problem, das man mit einem großen Zelt nicht nur eine Sonntagsveranstaltung, sondern möglichst Freitag, Samstag, Sonntag ein Fest ausrichten sollte. Kurt Balb hatte noch die tolle Idee, Hähnchen vom Holzkohlengrill als besondere Attraktion den Besuchern zu bieten. Der Grill wurde vom Kleintierzuchtverein Geisingen bei Ludwigsburg ausgeliehen. Käfige hatten wir natürlich auch keine, um unsere Tiere auszustellen. Herzlichen Dank auch nach 25 Jahren dem Kleintierzuchtverein Gaildorf, für die freundliche Überlassung derselben. Das Programm beinhaltete eine zünftige Bierprobe und Eröffnung am Freitagabend, Samstagabend Tanzabend, Sonntagmorgen ein Lichtbildervortrag des damaligen Landeszuchtberaters, der Geflügelzüchter Josef Roth.
Schlechte Wetterprognose für das Wochenende
Am Dienstagabend, 21. August 1974 wurde mit dem Aufbau des Zeltes begonnen. An diesem Tag begann aber auch der große Auftritt und eine langjährige Freundschaft des Vereins mit Walter Diem. Er wohnt in Untermünkheim und war Zeltmeister bei der Löwenbrauerei in Schwäbisch Hall. Ein Schaffer, ein lustiger Geselle und ein toller Kamerad! Walter Diem hatte auf dem LKW der Brauerei das Bindermaterial und die Zeltplanen auftragsgemäß mitgebracht. Der 1. Vorsitzende Erich Pretz hatte einen Plan entworfen und vom Bierstand und Hähnchengrill bis zum Toilettenhäuschen alles eingeplant. Allerdings hatte er diesen Plan, wie sich später herausstellte, ohne Walter Diem gemacht. Als drei Binder und damit ein stattliches Zeltgerüst standen, meinte der Zeltmeister, daß es doch etwas klein geraten sei. Er werde morgen nochmals ein Binderfeld mitbringen und damit das Zelt erweitern. Das vierte Binderfeld wurde am nächsten Tag tatsächlich aufgestellt, ohne damit zu einem Abschluß zu kommen, denn am Donnerstagabend brachte unser Walter auch das fünfte Zeltteil mit. Auch dieses wurde aufgebaut und nun endlich wurden die Planen aufgezogen, die Bühne aufgebaut und am Freitagabend bei der Bierprobe stand unser sonst immer optimistische erster Vorsitzende Erich Pretz mit Sorgenfalten vor dem Zelteingang: Haben wir in der ersten Euphorie nicht über das Ziel hinausgeschossen? Uns kennt doch kein Mensch als Verein, wer soll am Freitagabend zur Bierprobe kommen? Doch einen Lichtblick gab es - das Wetter war bestens!
Drei Tage lang war das Zelt fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Unsere Grillhähnchen waren spitze und das Bier floß in Strömen. Und als am Sonntagnacht gegen 0.30 Uhr der Regen doch noch einsetzte, war das Fest gelaufen. Der Start des jungen Vereins war gelungen und mit einem Reinerlös von über DM 4.000 konnten jetzt 342 Nummernkäfige, Trinkbecher, ein Brutapparat, ein Grill, eine Voliere und ein Wimpel für die Jugend beschafft werden.
Der Herrgott muß ein Kleintierzüchter sein
1975, 1976, 1978 und 1980 wurde diese Art Sommerfest im Festzelt in Enslingen fortgesetzt. Insgesamt dreimal haben wir dieses Fest zusammen mit dem Gesangverein Enslingen durchgeführt. Im Wechsel haben wir das Zelt aufgebaut und an diesem Wochenende dann auch unsere Jungtierschau durchgeführt und eine Woche später hat der Gesangverein im gleichen Zelt ein Sängerfest ausgerichtet. Im nächsten Jahr wurde die Reihenfolge gewechselt. Durch irgend einen Zufall hatten wir das Glück, daß immer dann, wenn die Kleintierzüchter ihr Fest machten, gutes Wetter war und beim Gesangverein leider immer Schlechtes. Unser unvergessenes Vereinsmitglied und damaliger Ortsvorsteher von Enslingen, Wilhelm Otterbach, hatte für diesen seltsamen Zufall nur eine Erklärung: "Der Herrgott muß ein Kleintierzüchter sein!".
Wegen des Landeszüchtertages haben wir 1977 dann zum ersten Mal unser Sommerfest im Schulhof in Untermünkheim durchgeführt. Ab 1981 bis zum heutigen Tage haben wir diesen schönen Veranstaltungsort beibehalten. Es war eine wunderschöne Zeit in Enslingen. Wir haben auch bei unserem heutigen Jubiläum uns besonders herzlich bei der Bevölkerung von Enslingen zu bedanken. Es war schon rührend, wie viele Einwohner uns bei unseren Festen geholfen haben und wie die Enslinger bei den Festen immer Gemütlichkeit und gutes Sitzfleisch zeigten. Vielen Dank auch noch für die harmonische gemeinsame Zeit mit dem Gesangverein Enslingen.
Zu unserem 10jährigen Jubiläum 1983 hatten wir im Schulhof die größte Vereinsjungtierschau, die es jemals im Kreisverband Schwäbisch Hall gab und zwar wurden 343 Kaninchen, Hühner, Zwerghühner, Tauben und Enten bei dieser Jungtierschau gezeigt.
Eine besondere Attraktion vom ersten Sommerfest an, war unser Holzkohlengrill. Den ersten hatten wir von Geisingen ausgeliehen und dann einen eigenen nachgebaut. Dieser war nicht besonders gut, so daß wir zusammen mit Wolfgang Trumpp den jetzigen Grill gebaut haben. Hähnchen und Grillfleisch sind seither ein besonderes Markenzeichen des Kleintierzuchtvereins Untermünkheim.
Die Ausstellungen im Schulhof und die Sommerfeste wären nicht möglich, wenn wir nicht einerseits von der Gemeinde und andererseits von der Grund- und Hauptschule nicht nur geduldet, sondern auch liebevoll unterstützt würden. Wir bedanken uns bei Bürgermeister Rudolf Hesselmeier und dem Gemeinderat und bei Rektor Friedrich Kraft und Hausmeister Gerhard Stock.
Lokalschauen
Mit der Gründung des Vereins war es das Ziel, unsere Kleintiere in den Mittelpunkt aller Aktivitäten des neuen Vereins zu stellen. Artgerechte Haltung in geeigneten Stallungen und Ausläufen, verbunden mit einer natürlichen und gesunden Fütterung, sind unabdingbare Voraussetzungen für einen organisierten Rassekaninchen- und Rassegeflügelzüchter.
Natürlich wollen wir auch unsere besten Ausstellungstiere in einem schönen Raum und einer entsprechenden Umgebung bei Ausstellungen präsentieren. Der Z 522 hat ab dem Jahre 1974 mit seinen Lokalschauen sicher Maßstäbe gesetzt, die als vorbildlich zu bezeichnen sind. Die große, helle Gemeindehalle und der kleine Saal, sowie die Bühne sind jeweils am Wochenende des Volkstrauertags im November, der Schauplatz für die Lokalschau. Ein großzügiger Käfigaufbau, verbunden mit einer entsprechenden Ausschmückung der Halle, sind selbstverständlich. Neben der eigentlichen Kleintierausstellung wollten wir durch Besonderheiten auf uns aufmerksam machen. Dazu gehören die Ziervögel in wunderschön gestalteten Volieren und Vitrinen unseres Mitglieds Günter Feuchter. Wir erinnern uns an eine Greifvogelschau und mehrere Sonderausstellungen von Edelkatzen, sowie an die Präsentation von selbstgefertigten Kaninchenfell-Tieren der Frauengruppe des KlZV Crailsheim.
Auch eine Tradition hat sich über 25 Jahre gehalten und bestens bewährt, nämlich die Tatsache, daß wir mit den Eintrittskarten gleichzeitig eine Verlosung durchführen. Kaninchenweihnachtsbraten, Eier-, Truthahn- und Kaninchenschätzen sind hier zu erwähnen.
Ein besonderer Anziehungspunkt bei unseren Ausstellungen ist die Tombola. In der Regel werden über 500 Gewinne verlost. Neben den Spenden der Vereinsmitglieder müssen die Gegenstände in der Regel gekauft werden. Erna Balb und Doris Pretz haben bis jetzt fast 50 Mal die Tombola betreut und aufgebaut. Woher sie immer die tollen Ideen haben, bleibt ihr Geheimnis.
Es ist ein großes Entgegenkommen der Gemeinde Untermünkheim, daß die Vereine die Halle selbst bewirten dürfen. Unsere reichhaltigen Angebote, vom Schnitzel über Schlachtplatte bis zum Sauerbraten wurden von den Besuchern gerne angenommen. Manfred Hörauf, Gloria Breuninger und Christa Maas sowie Lilo Fromm haben sich auf diesem Gebiet besonders verdient gemacht.
An dieser Stelle muß ein Mitglied besonders herausgestellt werden. Es ist dies unser Kassier Otto Schneller. Er ist nicht nur von Anfang an für unsere Finanzen verantwortlich, sondern auch der Manager des Z 522. Bei allen Veranstaltungen führt er gekonnt Regie. Vom Wareneinkauf bis zum Stromverteilerkasten, von der Zapfanlage bis zur Abrechnung der einzelnen Kassen. Otto ist die Zuverlässigkeit in Person!



